Viel oder wenig: So lernen Kinder Größenordnungen einzuschätzen
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Viel oder wenig: So lernen Kinder Größenordnungen einzuschätzen

Fünf Euro für eine Tüte Halsbonbons ist viel. Fünf Euro für ein Tip-Top-Fahrrad dagegen wenig: Für die meisten Erwachsenen sind alltagnahe Größenordnungen ziemlich klar. Für Kinder im Vor- und frühen Grundschulalter ist das schwieriger einzuschätzen.

Folgende Tipps helfen Eltern dabei mit ihren Kindern über Mengen zu sprechen und ihnen ein Gefühl dafür zu vermitteln. Dabei dürfen Spaß und Lachen aber nicht zu kurz kommen.

Beispiele suchen

Wann ist ein Teller Pasta viel, wann wenig? Sind fünf Kartoffeln zum Mittagessen für eine vierköpfige Familie viel oder wenig? Zuerst sollten Eltern gemeinsam mit den Kinder Beispiele suchen. Am besten sind solche aus dem Alltag der Kinder. Dies kann durchaus „nebenbei“ geschehen – beim Einkaufen, bei einem Ausflug oder beim gemeinsamen Spielen oder Essen. Zahlreiche pädagogisch wertvolle Kindersendungen setzen sich ebenfalls mit diesem Thema auseinander. Diese sollten Eltern am besten gemeinsam mit den Kindern anschauen. Im Anschluss kann dann wieder gemeinsam nach Beispielen aus dem Alltag gesucht werden.

Ciao Bambini: Die Sesamstraße erklärt viel und wenig

 

Vergleiche herstellen

Wichtig für die Einschätzung dafür, was viel und was wenig ist, sind Vergleiche und Bezüge. So sind drei Kugeln Eis für ein einziges Kind viel, für vier Kinder aber wenig, wenn sie sich das Eis teilen müssen. Auch hier können Eltern wieder gemeinsam nach Alltagsbeispielen suchen und zusammen überlegen, was wann viel und wann wenig ist.

Den Preis einbeziehen

Geht es um das Thema Preis oder Preis-Leistungs-Verhältnis, sind die Kosten für eine Ware oder Dienstleistung wichtig. Dies kann in einem nächsten Schritt geschehen. Beispiele dafür sind unzählig. So zum Beispiel:

  • Was kostet der gleiche Schokoriegel im Supermarkt, am Kiosk oder an der Tankstelle?
  • Was kostet eine der zahleichen im Supermarkt angebotenen Tafeln Schokolade?

Die Verdeutlichung der unterschiedlichen Preise für ein Produkt, wie hier Schokoriegel oder Schokolade, zeigt den Kindern anschaulich, was viel und wenig, preisgünstig oder teuer ist. Dabei sind die Gründe für die Preisunterschiede unerheblich. Ausflüge in andere Städte oder andere Länder bieten ebenfalls gute Möglichkeiten, direkte Vergleiche herzustellen und so ein Gefühl für Mengen und Größen zu vermitteln. Was bekommt man für zwei Euro

  • in einer Kleinstadt der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich zu einer deutschen Großstadt
  • in einer deutschen Stadt im Vergleich zu einem Ort ähnlicher Größe in Frankreich, Italien oder Spanien?

Zum Einstieg können Eltern auch gemeinsam mit ihren Kindern entsprechende Kindersendungen ansehen. Anschaulich und kindgerecht erklären Tanja, André und Knolle aus der „Sendung mit dem Elefanten“ des WDR, was viel und was wenig ist.

Die Sendung mit dem Elefanten - Folge 371 - Viel&Wenig

 

Und das Taschengeld?

Ist das Taschengeld viel oder wenig? Sicher kommt diese Frage früher oder später sowohl bei Kindern als auch bei Eltern auf.

  • Zuerst helfen natürlich Empfehlungen, wie viel Taschengeld Kinder bekommen sollten. Eltern sollten aber daran denken, dass diese Empfehlungen keine verpflichtenden Richtlinien sind.
  • Auch ein Blick über den Tellerrand kann helfen. Wie viel Taschengeld bekommen die Kinder von Freunden oder Kinder in der Nachbarschaft? Dabei empfiehlt es sich, die Eltern und nicht die Kinder zu befragen. So erhält man eine realistischere Aussage.
  • Und vor allem: Eltern sollten offen mit ihren Kindern darüber sprechen, warum sie ihnen wie viel Taschengeld zahlen. Dabei sollten sie sich nicht scheuen, kindgerecht die familiäre finanzielle Situation zu erklären. Kinder reagieren hier oft einsichtiger und verständnisvoller als Erwachsene denken. Darüber hinaus gibt es viele Dinge, über die sich Kinder freuen und die kein Geld kosten.