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Wie und Warum sollten Kinder Sparen lernen?

Foto: Adobe Stock; 97819334; rohappy

Für viele Erwachsene ist das Sparen ein wichtiges und gut bekanntes Thema. Sei es für den Hausbau oder größere Anschaffungen wie ein neues Auto. Für Erwachsene, die ihr eigenes Geld verdienen und häufig weit in die Zukunft planen ist Sparen wichtig - und dennoch fällt es ihnen oft schwer oder gelingt nicht immer. Auch für Kinder sollte das Sparen schon früh zu einem Bestandteil des Alltags werden, um sie für das Erwachsenenleben vorzubereiten, ihnen das Sparen in späteren Jahren zu erleichtern und ihnen so wertvolle Lebenserfahrung zu vermitteln.

Wenn Kinder bereits in frühen Jahren einen vernünftigen und vorausschauenden Umgang mit Geld erlernen, sind sie später weniger gefährdet von den alltäglichen Lebenskosten, die Erwachsene zu tragen haben, überfordert zu sein. Wenn sie in der Lage sind ihr verfügbares Geld sinnvoll einzuteilen und Prioritäten bei ihren Ausgaben zu setzen, werden sich ihre Kinder sowohl jetzt als auch in späteren Jahren wichtige Wünsche leichter erfüllen können und gut für die Zukunft abgesichert sein. Doch für Kinder, die im Normalfall nicht weit in die Zukunft blicken und noch keine realistische Relation zu Geld erlernt haben ist es häufig nicht einfach die Hintergründe und Funktionsweise des Sparens zu verstehen. Denn Sparen bedeutet in jedem Fall zunächst einen Verzicht zu akzeptieren um sich dann in der Zukunft etwas leisten zu können. Um Kindern dieses Prinzip nahe zu bringen ist es wichtig sie mit altersgerechten und spielerischen Maßnahmen an das Sparen heranzuführen. So wird das Sparen auch für Kinder attraktiv. Wir haben einige Tipps zusammengefasst, wie ihnen dies nachhaltig gelingen kann.

In diesem Beitrag

Welche Sparziele sollte ich wählen?

Verzichten muss gelernt werden

Das Sparschwein als Unterstützung

Vor dem ersten Taschengeld

Geld wächst nicht auf Bäumen

Eigenverantwortung überlassen

Herausforderung Digitalisierung

Fazit

Welche Sparziele sollte ich wählen?

Beginnen sie mit altersgemäßen und vor Allem realistischen Sparzielen! Das Sparen auf geplante Anschaffungen darf für ein Kind nicht frustrierend sein. Abstrakte Dinge wie ein Bausparvertrag oder das Sparen für den Führerschein, sind für junge Kinder nicht greifbar und kein Ziel, das greifbar erscheint. Beginnen sie zunächst besser mit kurzen Sparzeiten. Kleinere Anschaffungen können zu Beginn sinnvoll sein um ihrem Kind das Prinzip des Sparens zu vermitteln. Vor allem kleinere Kinder müssen merken, dass ihr temporärer Verzicht schon bald Erfolge bringen kann. Je nachdem wie viel Taschengeld ihren Kindern zur Verfügung steht können Anschaffungen wie Zeitschriften, ein T-Shirt oder vielleicht auch ein Buch oder eine DVD sinnvolle Sparziele sein. Für ältere Kinder kann es auch sinnvoll sein höhere Sparziele zu setzen. Gerade Teenager haben häufig größere Wünsche wie beispielsweise eine Playstation oder ein Handy. Auch hier sollte das Prinzip gelten, dass Sparen ihre Kinder nicht frustrieren darf. Dennoch müssen sie lernen, dass auf große Anschaffungen deutlich länger gespart werden muss. Hier kann es sinnvoll sein dem Kind anzubieten sich mit einer gewissen Summe am Wunsch zu beteiligen um die Motivation zu fördern. Bezahlen sie beispielsweise die Hälfte einer Anschaffung wenn ihr Kind es schafft in einem gewissen Zeitraum die andere Hälfte zu ersparen. So bleiben die Sparziele realistisch und ihr Kind lernt, dass mit der nötigen Disziplin auch große Anschaffungen möglich sind.

Verzichten muss gelernt werden

Dennoch ist es wichtig, dass Kinder auch lernen auf Dinge zu verzichten. Große Wünsche können nicht jederzeit erfüllt werden. Auch sie als Eltern können sich nicht jegliche Wünsche erfüllen - es ist wichtig das auch ihrem Kind zu vermitteln. Kinder sollten bereits früh lernen, dass man nur im Rahmen seiner Möglichkeiten Anschaffungen tätigen kann. So sind sie darauf vorbereitet mit ihrem jeweiligen Einkommen sinnvoll zu wirtschaften wenn sie später selbst ins Berufsleben einsteigen. Natürlich kann es hilfreich sein ihre Kinder bei größeren und sinnvollen Anschaffung, wie beispielsweise einem Fahrrad zu unterstützen. Manche Wünsche, für die zum jetzigen Zeitpunkt allerdings kein wirklicher Bedarf besteht, müssen und sollten nicht zwingend unterstützt werden. Das können zum Beispiel teure Markenklamotten oder Technik Gegenstände sein. So kann ihr Kind lernen, dass Luxusgüter nur in Ausnahmefällen gekauft werden können und sinnvolle Investitionen Priorität haben. Auf diesem Weg lernt ihr Kind zu priorisieren und auf weniger wichtige Dinge zu verzichten. Wenn schließlich alle anderen Wünsche erfüllt sind, können Kinder für Luxusartikel sparen oder sich diese zu besonderen Anlässen wie dem Geburtstag wünschen. So lernen Kinder gewissen Dinge gleichzeitig besser zu schätzen und können sich über selbst verdiente oder lang ersehnte Dinge mehr freuen. So vermitteln sie ihrem Kind einen gesunden Umgang mit Geld.

Das Sparschwein als Unterstützung

Gerade für jüngere Kinder kann ein Sparschwein eine tolle Möglichkeit sein das Ersparte zu sammeln. So werden die Erfolge für ihr Kind sichtbar und es kann den Fortschritt des Sparens im Auge behalten und miterleben. Hier können Kinder sammeln, was von ihrem wöchentlichen oder monatlichen Taschengeld übrig bleibt und bemerken, dass das Sparschwein immer schwerer und voller wird, je weniger Ausgaben sie während der Woche haben. Das Geld ist für die Kinder jederzeit sicht- und greifbar. Sie haben zu jeder Zeit einen Überblick über ihre Ersparnisse und können nachzählen welche Summe sie bereits zur Verfügung haben. Durch dieses Erfolgserlebnis werden Kinder es sich genauer überlegen welche Einkäufe tatsächlich nötig sind. Diese tatsächlichen und für ihr Kind sichtbaren Einnahmen und Ausgaben sind wichtig um zu vermitteln, dass alle Dinge Geld kosten und dieses nur begrenzt zur Verfügung steht. Ein Sparschwein veranschaulicht dieses Prinzip und bewahrt einen gewissen Spaßfaktor wenn Kinder diese Erfahrungen machen. Für ältere Kinder, die bereits einige Erfahrungen mit dem Thema sparen gemacht haben und rechnen können, kann es später sinnvoll sein über ein Sparkonto nachzudenken. Jugendliche können dann monatlich einen Teil ihres Taschengeldes auf ein Sparbuch einzahlen. Die Möglichkeit des Online-Bankings und verschiedene Apps, die die meisten Banken anbieten, machen es ihrem Kind möglich, auch hier jederzeit die Fortschritte des Sparens einzusehen. Mit einem Sparkonto können Teenager dann auch das Prinzip von Zinsen erlernen und verstehen, dass es auch ohne ein konkretes Sparziel sinnvoll sein kann nicht das ganze zur Verfügung stehende Taschengeld sofort auszugeben.

Vor dem ersten Taschengeld

Vor allem für sehr kleine Kinder, kann es sinnvoll sein vorerst spielerisch an die Themen Geld und Sparen heranzuführen, bevor sie über eigenes Geld verfügen. Spiele wie Kaufladen oder Monopoly Junior vermitteln einen guten Einblick in das Thema Geld und Finanzen. Auch wenn es sich hier natürlich nicht um realistische Situationen handelt, so wird Kindern hier dennoch vermittelt, dass Geld bewusst ausgegeben werden muss und jeder Gegenstand einen Geldwert hat. Für kleinere Kinder, die noch kein Taschengeld bekommen sind auch kleine Anschaffungen schwierig zu ermöglichen. Hier kann es sinnvoll sein gemeinsam mit den Kindern einkaufen zu gehen. Sprechen sie schon beim Einkauf mit ihrem Kind über die Preise. Erklären sie ihrem Kind beispielsweise, dass manche Lebensmittel teurer sind als andere um zwischen täglichem Bedarf und zusätzlichem Luxus zu unterscheiden. Sie können ihr Kind an der Kasse bezahlen lassen und ihm das Wechselgeld dann für die Spardose überlassen. So können auch Kinder, die über kein festes Einkommen in Form von Taschengeld verfügen, Sparziele erreichen. Bei älteren Kindern kann es auch sinnvoll sein, sie kleinere Einkäufe selbstständig tätigen zu lassen. Schicken sie Ihr Kind mit einer kleinen Einkaufsliste und einem begrenzten Budget in den Supermarkt. So können Kinder lernen, Preise zu vergleichen und das verfügbare Geld sinnvoll einzusetzen. Wenn Wechselgeld übrig bleibt können sie auch hier anbieten den Rest des Geldes für das Sparschwein zu behalten.

Geld wächst nicht auf Bäumen

Auch Kinder können bereits in jungen Jahren lernen, dass Geld verdient werden muss und nicht einfach zur Verfügung steht. Das Taschengeld, das Kinder erhalten steht ihnen vorerst ohne eine Gegenleistung zu Verfügung. Deshalb sollten sie den Betrag des Taschengeldes mit Bedacht wählen um die richtigen Anreize zu schaffen. Einen Überblick welche Summe für das Taschengeld ihres Kindes geeignet sein kann finden sie hier. Um sich größere Wünsche schneller erfüllen zu können, können sich auch Kinder etwas Geld hinzuverdienen. Ab einem Alter von 13 Jahren dürfen Kinder kleine Tätigkeiten wie beispielsweise das Austragen von Zeitungen ausüben. So steht ihnen zusätzliches Geld zur Verfügung und sie erkennen, dass es sowohl Zeit als auch Anstrengung bedarf um dieses zu verdienen. Selbst verdientes Geld hat für Kinder häufig einen größeren Wert und wird somit bedachter eingesetzt.

  • Auch jüngere Kinder können bereits spielerisch an dieses Thema herangeführt werden.
  • Ideen für kleiner Kinder um Geld zu verdienen:
  • Besuchen sie gemeinsam mit ihrem Kind Flohmärkte.
  • Dinge basteln oder selbst herstellen und diese im Freundes- oder Bekanntenkreis verkaufen
  • Kuchen backen und einen Straßenverkauf veranstalten

Ideen für jüngere Kinder um Geld zu verdienen:

  • Besuchen Sie gemeinsam mit ihrem Kind Flohmärkte
  • Basteln Sie gemeinsam kleine Kunstwerke zum Verkauf im Freundes- oder Bekanntenkreis
  • Backen Sie zusammen Kuchen und veranstalten einen Straßenverkauf für Nachbarn
  • Übergeben sie ihrem Kind leichte Arbeiten im Haushalt gegen geringe Bezahlung

Diese spielerischen Aufgaben sind ein erster Schritt um Kinder an eine spätere Erwerbstätigkeit heranzuführen und ihnen beizubringen, dass Geld verdient werden muss.

Eigenverantwortung überlassen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass sie ihren Kindern die Verantwortung für ihr Geld selbst überlassen. Natürlich sollten sie einen Überblick darüber behalten, welche Anschaffungen ihr Kind tätigt und bestimmte Käufe verhindern, dennoch sollten sie möglichst viele Freiheiten lassen. Es ist wichtig, dass ihr Kind lernt das verfügbare Budget sinnvoll einzusetzen und selbst zu priorisieren. Dabei muss ein Kind unter Umständen auch einige schlechte Erfahrungen machen. Wenn das Geld einmal ausgegeben ist dann ist es weg und das Budget verbraucht. Auch wenn Kinder gewisse Käufe bereuen werden, wenn dann kein Geld für wichtigere Dinge bleibt - aus seinen Fehlern lernt man bekanntlich und beim nächsten Mal wird ein Kind wahrscheinlich gründlicher über einen Kauf nachdenken. Es ist wichtig für die Entwicklung eines Kindes diese Erfahrungen selbst zu machen und so einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu erlernen.

Herausforderung Digitalisierung

Das verfügbare Budget mit Bedacht einzuteilen und Ausgaben im Rahmen der Möglichkeiten zu priorisieren ist mit Bargeld relativ einfach. Wenn Kinder ihr Erspartes beispielsweise in einem Sparschwein sammeln, haben sie zu jederzeit einen Überblick darüber wie viel Geld sie bereits angespart haben und wie viel Geld sie damit zur freien Verfügung haben. In der heutigen digitalisierten Welt wird allerdings häufig nicht mehr mit Bargeld bezahlt. Kontaktloses Bezahlen mit Kreditkarten, per Paypal oder sogar mit dem Handy werden immer gängiger. Das Prinzip, dass das Geld auch tatsächlich weg ist wenn es einmal ausgegeben wurde, ist für Kinder mit digitalem Geld deutlich schwieriger zu verstehen. Um realistisch auf den Alltag in der heutigen digitalisierten Welt vorbereitet zu sein, müssen Kinder ab einem gewissen Alter auch das verstehen.

Fazit

Genauso wie Regeln für gutes Benehmen und Höflichkeit gehört auch eine ausreichende Finanzerziehung zu den wichtigen Erziehungsaufgaben von Eltern. Ein wichtiger Bestandteil hiervon ist gerade für Kinder das Sparen. Kinder müssen lernen sowohl mit Bargeld als auch mit digitalem Geld verantwortungsbewusst umgehen zu können um gut für ihr späteres Leben vorbereitet zu sein. Dabei kann es extrem hilfreich sein das Sparen schon früh zu erlernen. Gleichzeitig können Kinder beim Sparen wichtige Lektionen für ihr späteres Leben erfahren. Das Angebot von myPiggy ist eine ideale Möglichkeit um die Brücke zwischen dem Sparen, Bargeld und digitaler Bezahlung zu schaffen. myPiggy, ein Angebot der myFamilyFinance, bietet sämtliche Vorteile des digitalen Bezahlens, ohne für Kinder zu abstrakt zu sein. So behalten Kinder durch das zugehörige Sparschwein einen sicht- und greifbaren Überblick über ihre Finanzen und können gleichzeitig erste Erfahrungen mit der digitalisierten Finanzwelt machen. Weitere Informationen über das Angebot und die Funktionsweise von myPiggy finden sie hier.