Bargeld in der Zukunft: Jay oder Nay
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Bargeld in der Zukunft: Jay oder Nay

Musikkassetten, Telefonhäuschen, Videotheken oder Stadtpläne: Für Kinder und Jugendliche sind sie vollkommen unbekannt. Möglicherweise trifft das Bargeld in der Zukunft ein ähnliches Schicksal, denn schon heute wir das Bezahlen immer digitaler. Banknoten wie der 500 Euro-Schein sind Geschichte. Länder wie Finnland, Irland, die Niederlande, Belgien oder Italien haben bereits die Ein- und Zwei-Euro-Cent-Münzen abgeschafft.

Klassenprimus ist jedoch Schweden. Egal, ob an Tankstellen in Hotels, Geschäften Restaurants oder sogar in Kirchen: mit Münzen und Scheinen kommt man dort schon heute nicht mehr weiter. Das Land von Pippi Langstrumpf, Ikea und Köttbullar hat das erklärte Ziel, bis 2023 zur bargeldlosen Gesellschaft zu werden. Aber auch in Deutschland und vielen anderen Ländern in Europa und der Welt wird viel über die Zukunft des Bargelds diskutiert.

Be smart:  Das sind Argumente gegen Bargeld

Wozu braucht man überhaupt Bargeld? Klar, zum Bezahlen. Aber Bargeld ist, so die Gegner,

Unpraktisch: Das Bezahlen mit Scheinen und Münzen ist unkomfortabel. Scheine und Münzen werden umständlich aus dem Gelbeutel gefischt, was nicht selten sehr lange dauert. Bekommt man Wechselgeld ausgehändigt, verschwindet dieses entweder in Jacken- und Hosentaschen oder füllt das Münzfach im Portemonnaie.

Unsicher: Bargeld kann man verlieren. Es lässt sich fälschen oder für illegale Geschäfte benutzen.

Teuer: Unglaublich, aber auch Bargeld kostet Geld. So kosten zum Beispiel Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr als ihr aufgedruckter Nennwert. Darüber hinaus werden die Münzen oft über weite Strecken von einem Ort zum anderen transportiert. Das kostet Geld und belastet die Umwelt.

Nur Bares ist Wahres: Das sind Argumente für Bargeld

Bargeld hat nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch viele Vorteile. Es ist:

Kostengünstig: Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank ist Bargeld aus Sicht des Einzelhandels immer noch die billigste Art des Bezahlens. Insbesondere Barzahlungen bis 50 Euro seien günstiger. Der Grund: die Fixkosten bei Barzahlungen sind im Durchschnitt niedriger. So kostet eine Barzahlung im Durchschnitt 24 Cent, mit der girocard 33 Cent. Zahlungen mit Kreditkarte und PIN sind mit 97 Cent am teuersten. Enthalten sind darin jeweils ganz unterschiedliche Kosten, darunter die Arbeitszeit von Kassenpersonal, Transportkosten für Bargeld oder Versicherungsprämien gegen Zahlungsausfall von Kartenzahlungen.

Technisch autonom: Bargeldzahlung setzen keine Technik wie einen Bezahlterminal oder einen Internetanschluss voraus

Anonym: Jeder digitale Bezahlvorgang hinterlässt Datenspuren. Kauf- und Verhaltensprofile lassen sich so für Dritte nachvollziehen.

Nachvollziehbar: Mit Bargeld hat man seine Ausgaben besser im Blick. Ein vorausschauende Geldmanagement im Umgang mit Banknoten und Münzen kann mit dazu beitragen, einer Ver- und Überschuldung vorbeugen.

Taschengeld bar auf die Kralle: Yay oder Nay

Das Taschengeld bar auszahlen und ins Sparschwein oder auf ein spezielles guthabenbasiertes Kinderkonto bei der Bank überweisen? Diese Frage stellt sich für viele Eltern. In erster Linie sollen Kinder lernen, mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Geld zu haushalten. Mit Bargeld fällt es ihnen leichter, ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick zu haben. Geld in dieser Form können sie so sehen, berühren und so wortwörtlich begreifen. Größere Geldgeschenke sind dagegen auf einem Konto gut aufgehoben. Sparen Kinder für eine größere Anschaffung wie ein Fahrrad, ein Hoverboard, Legokästen oder Spielkonsolen bietet sich ebenfalls ein solches Konto an. Es kann für Kinder ab dem siebenten Lebensjahr eingerichtet werden, denn dann sind die Kleinen beschränkt geschäftsfähig. Bis zur Volljährigkeit tragen dabei die Eltern die Verantwortung. Sie dürfen auch festlegen, ob das Kind zum Beispiel eine Bankkundenkarte haben darf, um Geld abzuheben und Kontoauszüge auszudrucken. Sorgen, dass ein solches Konto ins Minus rutscht, müssen sich Eltern ebenfalls nicht machen, denn sie sind ausschließlich auf Guthabenbasis geführt. Das Beste zum Schluss: Mit myPiggy, dem smarten Sparschwein, können Kinder ihr Geld sowohl bar als auch digital sparen, ihr Budget und ihre Wünsche im Blick zu behalten.